Ägypten
Schon in jungen Jahren übte Agypten auf mich eine Faszination aus. Vielleicht ist es die Gesellschaftsordnung, die klare Struktur. Ich weiß es nicht. Nicht wirklich jedenfalls. Gerade deswegen will ich euch diese wunderbare alte Kultur nahe bringen. Vielleicht fasziniert sie ja auch dich und du kannst meinen Informationen etwas abgewinnen.
Lage:
Ägypten liegt im Nordosten Afrikas. Der längste Fluss der Welt,
der Nil, fließt durch Ägypten. Das Nildelta ist 205 km breit und 175 km lang. Rund um das Nildelta ist ödes Wüstengebiet. Die Ägypter nützten den Nil zur Bewässerung ihrer Felder. Sie gruben Be- und Entwässerungsgräben. Da der Nil jährlich Hochwasser führte, kam fruchtbarer Schlamm auf die Felder und die Früchte konnten Wachsen. Nach der sogenannten Nilschwemme waren die Begrenzungen der Felder nicht mehr sichtbar und das Land musste neu Vermessen werden.
Gesellschaftsordnung:
Die Ägyptische Gesellschaft war streng geordnet. An ihrem Ende stand der Sklave. Er musste die Pyramiden erbauen und die Ernte für den Bauer einbringen. Er hatte keine Rechte und war Besitz des Pharaos. Dann kamen Handwerker, Bauern, Händler Kaufleute, Landvermesser, Schreiber Wesir, Priester und schließlich als höchster der Pharao. Der Pharao war der alleinige Herrscher. Aus Ehrfurcht wagte es das Volk nicht seinen richtigen Namen auszusprechen. Er galt nämlich als Sohn des Sonnengottes und war König und Gott in einer Person. Das einfache Volk bekam ihn so gut wie nie zu Gesicht. Nur hohe Beamte und Gesandte durften ihm gegenübertreten. Der Pharao war Oberbefehlshaber aller Soldaten, somit galt er als Schutzherr des Landes. Als höchster Richter wachte er darüber, dass seine Gesetze eingehalten wurden. Zugleich war er der oberste Priester des Landes.
Der höchste Beamte war er Wesir. Dieser stammte oft selber aus der königlichen Familie. In den einzelnen Verwaltungsbezirken des Reiches herrschten die vom Pharao eingesetzten Gaufürsten. Ihnen war ein Heer von Unterbeamten, wie z.B. die Schreiber, untergeordnet. Die beamten mussten z.B. die Arbeit am Nil überwachen, nach einer überschwemmung das Land neu vermessen, die abgaben an die staatlichen Vorratshäuser überprüfen und die Aufträge an Händler und Kaufleute abgeben. Um die Befehle des Pharaos genau fest zu halten oder um Ernteerträge auf zu zeichnen hatten die Ägypter eine eigene Schrift entwickelt. In Ägypten konnte nicht jeder schreiben, daher waren die Schreiber sehr angesehene Leute. Händler konnten es in Ägypten zu großem Reichtum bringen. Mit Maultierkarawanen und auf Schiffen brachten die Händler und Kaufleute seltene und kostbare Waren aus fremden Ländern nach Ägypten. Holz, Werkzeuge, Stoffe, Parfum, Gewürze, Gold, Silber und Edelsteine boten sie auf den Märkten in den Städten an. Beamte führten in Ägypten ein eher unbeschwertes Leben. Bauern und Arbeiter hingegen mussten hart arbeiten und hatten keine Rechte.
Schrift:
Geschrieben wurde auf Papyrus. DieÄgypter hatten keine Buchstaben sondern, sogenannte Heilige Zeichen, dies waren die Hieroglyphen. Es gab über 700 verschiedene Zeichen. Die Deutzeichen (Mann, Frau, Stadt,...), die Silberzeichen (Cher, Ma,...)und schließlich die Hieroglyphen. Bei denen wurden aber nur die Konsonanten geschrieben, nur für den Vokal A gab es ein eigenes Zeichen. Wenn der Name eines Pharaos geschrieben wurde, wurde um den Namen die sogenannte Pharaonenkartusche gemacht. Diese sollte Den Pharao symbolisch schützen.
Zeitrechnung:
Mit beginn der Nilschwemme begann bei den Ägyptern das Jahr. Es gab 3 Jahreszeiten:
v Zeit der Aussaat (Mitte Oktober bis Mitte Februar)
v Zeit der Ernte (Mitte Februar bis Mitte Juni)
v Zeit der Überschwemmung (Mitte Juni bis Mitte Oktober
Ein Jahr umfasste 12 Monate zu je 30 Tagen. Dazu kamen noch 5 Tage, an denen das Nilfest gefeiert wurde. Die zeit wurde mit Wasser-, Sand- und Sonnenuhren gemessen.
Gesetze:
Ein geordnetes und friedliches Zusammenleben in dem großen reich war nur gewährleistet, wenn alles sorgfältig geplant und durchorganisiert wurde. Die Herrscher der frühen Hochkulturen sahen sich gezwungen, Gesetze aufzustellen, die als Richtschnur für alle gelten sollten. Nach heutigem Maßstab waren diese Gesetze teils sehr streng, oft sogar grausam. Viele Herrscher ließen sich ihre Gesetze in Stein Meißeln. Verurteilte konnten z.B. den Krokodilen vorgeworfen werden. Auch Verstümmelungen (Abschneiden von Ohren oder Nase) war eine gängige Strafform. Hochgestellt Persönlichkeiten durften sich im falle einer Verurteilung selbst das Leben nehmen.
Der TOT:
Wenn ein Ägypter starb, wurde sein Leichnam, wenn es sich die Angehörigen leisten konnten, nach kurzer Trauer in ein Einbalsamierungshaus gebracht und den dort tätigen Priestern übergeben.
Mumifizierung:
Der Leichnam wurde gereinigt. Zuerst zogen sie mit einem gekrümmten Bronzehaken durch die Nasenlöcher das Gehirn heraus, nachdem sie es herausgeholt hatten, tröpfelten sie eine harzige Flüssigkeit hinein...
In zahlreichen Ägyptischen Museen befinden sich heute diese einst bei der Einbalsamierung verwendeten Haken. Die Spitze dieses Werkzeugs konnte ganz unterschiedlich geformt sein. Nadelartig, hakenförmig oder sogar schneckenförmig aufgerollt.
... Dann schnitten sie mit einem Scharfen Äthiopischen Stein den Leib an den Weichteilen entlang auf und holten das ganze Eingeweide heraus. Wenn sie es aber gereinigt und mit Palmwein ausgespült hatten, behandelten sie es noch einmal mit zerriebenem Räucherwerk. Danach kamen sie in die 4 Kanopengefäße. Nun musste man dem Leichnam noch die Flüssigkeit entziehen, Zu diesem Zweck wurde trockenes Natron benutzt. Die Behandlung damit dauerte 70 Tage. Anschließend wurde der nur noch aus Haut und kochen bestehende Leichnam gereinigt, mit Duftenden ölen eingerieben und mit binden umwickelt. Nur Priester durften Einbalsamierer werden. Es waren immer 3 bei einer Mumifizierung. 2 Balsamierten den toten ein und der 3. Kniete daneben und betete.
Pyramiden:
Die Pyramiden waren die letzten Ruhestätten der Pharaonen. Sie waren sehr oft reich ausgestattet.
Das Grab des Tut-Anch-Amun:
Carters Geduld hatte sich gelohnt. Am 24. November 1922 stand er vor dem Siegel Tut-Anch-Amun's. Dahinter öffnete sich ein mit Schutt gefüllter Gang. Der Archäologe ließ sich davon nicht beeindrucken, dass die Tür in der Antike schon von Grabräubern aufgesucht worden war, und räumte den Gang frei, bis er vor einem zweiten zugemauerten Durchgang stand. Durch einen Handbreit geöffneten Spalt lugte er mit einer Kerze hinein. Was er erblickte, war überwältigend: Gegenstände aus glänzendem Gold, die sich in der Kammer türmten. Rechter Hand flankierten zwei schwarzgoldene Wächterstatuen einen weiten, vermauerten Durchgang, der zur Sargkammer mit den Goldschreinen und der Mumie führen sollte. Dahinter befand sich noch eine Kammer mit dem Kanopenschrein für die Engeweide des Königs. Der Grabschatz versorgte Tut-Anch-Amun mit allen für das jenseitige Leben notwendigen Dingen, wie Betten, Stühlen und reich gefüllten Truhen und Kommoden für die Bequemlichkeit. Körbe mit Brod, Fleisch, Gemüse, Obst und Gewürzen sowie Krüge mit Wein sollten dem Leiblichen Wohl des Königs dienen. Für Entspannung sorgten Musikinstrumente, Schreibutensilien und Brettspiele. Dem Pharao gebührten außerdem Streitwagen, Waffen, Götterstatuen und magische Schmuckstücke. Die aus über 5000 Objekten bestehende Grabausstattung dieses jungen, relativ unbedeutenden Pharaos wirft allerdings eine frage auf: Wie mag erst der Grabschatz eines so bedeutenden Pharaos wie Ramses dem 2. ausgesehen haben?